Syntax  (Die Lehre vom Satzbau)


 
Der  Satz  ist die kleinste zusammengehörende Redeeinheit. Er besteht in der Regel aus mehreren Satzbausteinen.
 
Diese Satzbausteine müssen sprachlich und logisch aufeinander bezogen sein, so dass sich eine sinnvolle Aussage ergibt.
 

Ein vollständiger Satz besteht mindestens aus zwei Satzbausteinen:
 
SUBJEKT PRÄDIKAT
 
 
         Zum Beispiel ein einfacher Aussagesatz:
 
SASCHA SCHLÄFT .
 
 

        Stellt man das Prädikat an den Satzanfang, ergibt sich ein einfacher Fragesatz:
 
SCHLÄFT SASCHA ?

        Benutzt man das Verb des Prädikats in seiner Befehlsform (= Imperativ), ergibt sich ein  Aufforderungs- oder Befehlssatz:
 

SCHLAF, SASCHA !

 
 
Merke:   Man unterscheidet also drei Arten von Sätzen:
  •        Aussagesätze,
  •        Fragesätze,
  •        Befehlssätze.
                Hinzu kommt noch als Sonderfall der Ausrufsatz, zum Beispiel:
                Wenn doch schon Sonntag wäre!   Käme doch endlich Hilfe!
                Hätte ich doch im Lotto gewonnen!


    Das  SUBJEKT (= Satzgegenstand)  eines Satzes sagt aus, wer oder was  etwas tut oder erleidet.
    Das SUBJEKT steht stets im Nominativ (= 1. Fall).

   SUBJEKT kann zum Beispiel sein:
 

  • ein Pronomen
  • ein Eigenname
  • ein Nomen
  • eine Nominalisierung
Er schläft. 
Sascha schläft.
Der Lehrer schläft.
Das Schnarchen stört. 
Ich lese.
Julia liest.
Die Schüler lesen.
Dieses Blau gefällt mir.

     Das SUBJEKT in einem Satz findet man, indem man dem Satz die Frage,  wer oder was  etwas tut oder erleidet,  stellt.
     Der Satz antwortet dir auf diese Frage prompt mit dem Subjekt, zum Beispiel:
 

Wer oder was schläft? 

Wer oder was stört? 

Sascha schläft.

Das Schnarchen  stört. 

(„Sascha"  ist hier also das Subjekt in diesem Satz.)

(„Das Schnarchen"  ist also Subjekt.)


    Das  PRÄDIKAT  sagt aus, was das Subjekt  tut oder erleidet.

    PRÄDIKAT kann zum Beispiel sein:
 

  • ein Vollverb 
  • ein Hilfsverb 
  • ein Modalverb 
Die Suppe kocht. (= Aktiv)
Ich werde Astronaut. 
Ich will ...  Du sollst ...   Er muss...
Die Suppe wird gekocht.  (= Passiv)
Wir haben kein Geld.
Wir dürfen ...   Ihr könnt ...  Sie mögen ...

    Das PRÄDIKAT in einem Satz findet man, indem man dem Satz die Frage, was jemand (oder etwas) tut oder erleidet, stellt.
    Der Satz antwortet dir auf diese Frage prompt mit dem Prädikat, zum Beispiel:
 

Was tut Julia? 

Was tut der Lehrer? 

Sie liest

Er schläft

(„liest"  ist also das Prädikat in diesem Satz.)

(„schläft"  ist also Prädikat.)

    Durch unterschiedliche Anwendung von Form (Aktiv oder Passiv), Modus (Indikativ oder Konjunktiv) und Tempus des Verbs ändert sich
    die Aussageabsicht und der Aussagegehalt eines Satzes erheblich.
    Dem Prädikat kommt innerhalb des Satzes also eine ganz besondere Bedeutung zu.

    Siehe auch: Formenlehre bei Verben!


    Beachte:
 

  • Ein Satz kann auch mehrere Subjekte und / oder Prädikate enthalten.
  • Ein Subjekt und auch ein Prädikat können durch weitere Satzbausteine ergänzt werden;   dadurch wird aus einem einfachen Subjekt eine  Subjektsgruppe  und aus einem einfachen Prädikat eine  Prädikatsgruppe.
         Das eigentliche Subjekt wird dann als  Subjektskern 
         und das eigentliche Prädikat als  Prädikatskern bezeichnet.

         Zum Beispiel:     Der völlig übermüdete Lehrer des Goethe-Gymnasiums...;  (Subjektsgruppe mit „Lehrer" als Kern).
                                  ... schreibt eifrig ohne Pause auf dem PC.   (Prädikatsgruppe mit „schreibt" als Kern).
 

  • Eine Verbform kann sich aus mehreren Bestandteilen, die gemeinsam das Prädikat ergeben, zusammensetzen!   Zwischen diese Bestandteile können noch andere Satzbausteine eingeschoben werden;    so entsteht eine Prädikatsklammer.
         Zum Beispiel:  ...ist geschrieben worden.   (das Prädikat selbst besteht aus drei Worten)

                                 ... ist      im vorigen Jahrhundert     mit der Hand     geschrieben worden.
                                      |_____________________________________________|
                                                                        Prädikatsklammer


        Oft reichen  SUBJEKT  und   PRÄDIKAT  allein noch nicht, um einen sinnvollen Satz zu bilden - der Satz bleibt dann unvollständig:
 

SILKE HÖRTE

        Hier bleibt die Frage offen,  wen oder was  Silke denn hörte! Hörte sie Radio? Oder ihre neueste CD?
        Vielleicht die Stimme eines Rocksängers?
        So ist diese Aussage jedenfalls völlig unbefriedigend - es fehlt noch eine wesentliche Information.
        Diese Information liefert das  OBJEKT .
 

SILKE HÖRTE EINEN HILFERUF.

 
 
Merke:   Es gibt Verben, die als Prädikat im Satz unbedingt noch eine Ergänzung benötigen, um eine sinnvolle Aussage zu bilden.
                Diejenigen Verben, die eine Ergänzung, ein Objekt, im Akkusativ  (4. Fall)  benötigen, nennt man
               transitive Verben.

                Nichttransitive Verben  sind alle anderen Verben, die kein Objekt im Akkusativ brauchen,
                zum Beispiel:   bellen,  schlafen,  laufen,  blühen,  leuchten,  brennen,  telefonieren


 


        Diese Aussage  „Silke hörte einen Hilferuf"   kann man nun noch durch weitere Informationen vervollständigen:
 
 

SILKE HÖRTE AM  SEEUFER EINEN HILFERUF.

        Hier erfährst du zusätzlich,  wo  Silke diesen Hilferuf  hörte.  Es handelt sich also um eine

Adverbiale Bestimmung des Ortes.


SILKE HÖRTE HEUTE MORGEN AM SEEUFER EINEN HILFERUF.

       Dieser Satz enthält auch noch die Information,  wann  sich das Ereignis abgespielt hat.  Es ist eine

Adverbiale Bestimmung der Zeit.


      Will man einen Sachverhalt besonders hervorheben,  so stellt man den entsprechenden Satzbaustein an den Satzanfang:

Heute Morgen    hörte    Silke   am Seeufer   einen Hilferuf.
Am Seeufer   hörte    Silke   heute Morgen   einen Hilferuf.
Einen Hilferuf   hörte   Silke   heute Morgen   am Seeufer.

     Durch solche Umstellproben findet man auch noch heraus, welche Worte zusammen einen Satzbaustein bilden -
     sie lassen sich bei der Umstellprobe nicht sinnvoll voneinander trennen.
     In diesem Beispiel bleiben immer zusammen   „heute Morgen",   „am Seeufer",   und   „einen Hilferuf".


    Weitere sinnvolle Ergänzungen könnten zum Beispiel sein:

Silke hörte heute Morgen am Seeufer   einen gellenden  Hilferuf.
Silke,  meine beste Freundin ,  hörte...
Silke hörte am Seeufer den Hilferuf eines ertrinkenden Kindes.







    Nun wird es notwendig, sich erstmal einen Überblick über die verschiedenen Arten von Satzbausteinen zu verschaffen!



© Udo Klinger, Schwerte/Ruhr 2018